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Richtig Pflaster verlegen

         Pflasteraufbau      

 

Für gut geplante und verarbeitete Gestaltungsmaßnahmen mit unseren Produkten empfehlen wir unbedingt die Beauftragung von geschulten Profis. Technische Notwendigkeiten haben dabei Vorrang vor Gestaltungsfragen. Bitte beachten Sie auch unsere ausführlichen Verlegeanleitungen, die Sie jederzeit kostenlos downloaden können.


Bei diesem Symbol finden Sie Tipps für stark beanspruchte Flächen.
Von stark beanspruchten Flächen spricht man dann, wenn ein häufiger dynamischer Lastwechsel und/oder hohe Lasten in kleinen Dreh- oder Wenderadien zu erwarten sind. Stark geneigte Flächen (z.B. Steigungsstrecken) verstärken die Beanspruchungen zusätzlich. Die diesbezügliche Werkvertragsnorm ist die ÖNORM B 2214 für Pflasterarbeiten. Wir empfehlen darüber hinaus die Richtlinien RVS 08.18.01 und RVS 03.08.63 anzuwenden.

 

Was Sie zum Pflastern brauchen:

Schotter ca. 0-63 mm für die Frostschutzschicht laut den zuvor erwähnten Richtlinien.
Schotter ca. 0-31,2 mm für die Feinplanie laut den zuvor erwähnten Richtlinien.
Gewaschenes Brechsand-/Splittgemisch 2-8 mm für die Bettung.
Weissenböck Fugensand (Brechsand-/Splittgemisch 0-4 mm aus Dolomit-Edelbrechkorn) und Pflastersteine; Rand- und ev. Stufensteine, ggf. Pflasterdrainbeton für gebunden ausgeführte Bereiche.
Schaufel, Scheibtruhe, 2 Formrohre 4000/40/40 mm, Besen, Schnur, Alulatte, Bauwinkel, Wasserwaage; ev. abdruckfreien Kunststoffhammer für Rand- und Stufensteine, ausreichend langer Schlauch mit Brauseaufsatz, Wasseranschluss. 
Schwere Rüttelplatte für die Tragschichtenverdichtung. Rüttelplatte > 400 kg bei PKW-Belastung, bei Tragschichten für regelmäßige LKW-Belastung Vibrations-Straßenwalze verwenden (für die abschließende Endverdichtung auf der Oberfläche der Pflastersteine Rüttelplatte >250 kg bei PKW-Belastung und >400 kg bei LKW-Belastung verwenden, jeweils mit Kunststoff-Gleitplatte), Steinspaltgerät.
Eine Arbeitstemperatur von mind. +5 Grad Celsius über mehrere Tage (Verlegungen auf gefrorenen Untergründen oder mit gefrorenen Materialien sind unzulässig).

Aushub, Frostschutzschicht und Feinplanie:

Der Aushub sollte ca. 30 cm breiter als die endgültige Pflasterfläche sein. Im Unterbauplanum (Aushubsohle) ist ein Gefälle von 2% für die Oberflächenentwässerung zu berücksichtigen. Das Unterbauplanum (Aushubsohle) ist standfest (bspw. mit Vibrationswalze) zu verdichten. Bei im Untergrund anstehenden Lehm- und Mischböden (= bindiger und nichtbindiger Boden gemischt) ist auf die Aushub-Sohle ein Vlies zu legen, um späteren Frosthebungen und Nichtverfestigungen aufgrund von Gräderverlehmungen, welche den Gräder wasserdicht machen, vorzubeugen und eine seitliche Entwässerung über ein längs verlegtes Drainagerohr sicherzustellen, indem dieses mit Drainageschotter und Filtervlies umgeben ist. Schotter 0-63 mm lagenweise einbringen und z.B. mit Vibrationswalze verdichten (max. 20 cm je Lage!). Die Stärke dieser Frostschutzschicht sollte je nach örtlichen Gegebenheiten und Belastung der Fläche (Frosttiefe) 30 - 70 cm betragen und muss oberseitig im Gefälle der Pflasterfläche ausgeführt sein. Darauf wird eine ca. 10 cm starke Feinplanie aus Schotter 0-16 mm aufgebracht und z.B. mit Vibrationswalze oder schwerer Rüttelplatte gut verdichtet. Die Oberfläche soll gegenüber dem anschließenden Bettungsmaterial filterstabil geschlossen sein. Filterstabil heißt, dass der Bettungssand nicht in die Tragschichten einrieselt oder durch Wasser eingeschwemmt wird. Die Feinplanie muss auf +/- 1 cm exakt hergestellt sein, damit das Sandbett eine annähernd gleiche Dicke von max. +/- 1 cm aufweist und ungleichmäßige Setzungen vermieden werden (Kontrolle mittels Alulatte; endgültige Höhe der Pflasterdecke = Frostschutzschicht + Feinplanie + Sandbett + Pflaster - 1 cm Verdichtungsmaß der Bettung). Berücksichtigen Sie daher gegenüber Einbauten wie Kanaldeckel etc. vor dem Rütteln mind. 1,5 cm Überstand der Flächenoberkante, bei gewaschenem Brechsand-/Splittgemisch 2-8 mm. Diese Überhöhung reduziert sich durch das Abrütteln und Nachverdichten der Bettung auf unter 5 mm.
 


Sie können die Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit einer Pflasterfläche beträchtlich erhöhen, wenn Sie sich die Gewölbewirkung zu Nutze machen und die Pflasterfläche in Gewölbeform ausbilden. Der Effekt ist, dass in der Fläche hauptsächlich Druckspannungen auftreten, welche von der Konstruktion leichter als Zugspannungen aufgenommen werden können. Diese Bauart bedingt eine Gewölbeausbildung ab der Oberkante des anstehenden Untergrundes, d. h. aller Tragschichten, der Bettung und der Steine.

 

Seitliche Einfassung:

  
Beeteinfassungssteine                      Palisaden                                            Pave Edge

Eine seitliche Einfassung stellt sicher, dass die Pflastersteine am Rand nicht auswandern. Ideal erfolgt sie im passenden Design mit Cotta Blocksteinen (natur oder antik), Tegula Mauersteinen, Forum Mini- oder Rondo Palisaden oder Beeteinfassungssteinen. Alle vier Systeme bieten genügend Höhe für den anschließenden Rasen, damit dieser nicht verdorrt. Versetzen Sie die Steine in einen ausgehobenen Graben in 10-20 cm hoch eingebrachten Pflasterdrainbeton. Alternativ dazu können Sie auch die Pave Edge Randschienen direkt in die Feinplanie und den Unterbau nageln.


Herstellung der Bettung:

                                                       

Legen Sie die Formrohre auf die Feinplanie und füllen Sie diese dazwischen mit dem Bettungs-Material auf. Dann ziehen Sie die Alulatte über die Formrohre um ein gleichmäßig starke, höhengenaue Bettung herzustellen. Nach dem Herausnehmen der Formrohre den dadurch entstandenen Hohlraum mit dem Bettungsmaterial auffüllen. Die fertige Bettung weder verdichten noch betreten. Stellen Sie keine größere Bettung her, als Sie an einem Tag Pflastersteine verlegen können. Wichtig: nur kalkarmes (beugt Setzungen und Ausblühungen vor), gewaschenes (beugt Frostschäden vor) und kornabgestuftes (ist filterstabil gegen Einrieseln oder Einschwemmen des Fugensandes in das Sandbett) Material verwenden!


Verlegen von Pflastersteinen:

Beginnen Sie in einer Ecke — nach Möglichkeit am tiefsten Punkt der Fläche und im rechten Winkel. Für die fluchtgerechte Verlegung spannen Sie eine Schnur. Verlegen Sie nun die Pflastersteine vor Kopf (= von der verlegten Fläche aus) ohne das Sandbett zu betreten.
Verlegen Sie quadratische oder maximal rechteckige Formate mit einem Seitenverhältnis von B:L = 2:<3 und H:L = 1:<4 diagonal zur Hauptfahrtrichtung. Dies erhöht die Anzahl der Last übertragenden Steinseitenflächen, was zur Folge hat, dass die Steinspannungen innerhalb der Fläche niedriger sind und so die gleichen Steine belastbarer sind. Vermeiden Sie Kreuzfugen!

Achten Sie bei der Verlegung auf eine — je nach Steinsystem und Verlegeanleitung — 2-8 mm breite Rundumfuge. Nur bei solchermaßen verlegten Steinen (ohne direkten Betonkontakt der Steine und der Abstandshilfen) bleibt die Möglichkeit erhalten, die selben Steine z.B. bei einem Rohrbruch unter der Pflasterfläche herauszunehmen und wieder zu verlegen. Die vielfach an unseren Steinen seitlich angeformten ca. 2 mm erhabenen Abstandshilfen sind kein Vorgabemaß für die Fugenbreite, sondern helfen Situationen zu vermeiden, wo Steine vollflächig ohne Mindestfuge aneinander liegen. Die Fuge überträgt und gleicht über deren Füllung auftretende Spannungen aufgrund von Lasten von Stein zu Stein aus — aber nur dann, wenn die Steine nicht knirsch verlegt werden und eine Fugenfüllung Platz findet!
Kontrollieren Sie alle 2-3 m mittels einer Schnur die korrekte Ausrichtung der Fugen und richten Sie ggf. die Steine nach. Bauen Sie keine Steine mit sichtbaren Mängeln (Transportschäden etc.) ein. Für Anpassarbeiten an Schächte, Mauern etc. sind die Steine mit dafür geeigneten Geräten (bspw. Steinspaltgerät, Steintrennsäge) zuzuschneiden. Aus Gründen der Optik — und der Stabilität der Flächenränder und damit der gesamten Fläche — sollte am Rand kein Flickwerk aus kleinen Riemchen und Zwickelsteinen verlegt werden. Die kleinste Steinlänge und -breite der Randsteine soll mind. die Hälfte der Steinlänge und -breite des Hauptformates innerhalb der Fläche betragen. Die verlegte Fläche darf für Verlegezwecke begangen werden. Wichtig: Gefälle mittels Alulatte und Wasserwaage sicher stellen.
Die Steinoberseiten mind. 1,5 cm über dem Niveau von Einbauten (Kanaldeckel, etc.) verlegen, bei gewaschenem Brechsand-/Splittgemisch 2-8 mm. Diese Überhöhung reduziert sich durch das Abrütteln und Nachverdichten der Bettung auf unter 5 mm.


Einsanden und Abrütteln:

   

Für die Fugenverfüllung ist ein ungebundenes Material zu verwenden. Geeignet ist der Weissenböck-Fugensand oder für Pflasterbeläge mit größeren Fugenbreiten (z.B. Aquarin 16 mm), die für eine hohe Wasserdurchlässigkeit vorgesehen sind, ein Brechsand-/Splittgemisch von 2-8 mm.
Verwenden Sie grundsätzlich kalkarmes Fugenmaterial (z.B. Quarz-Brechsand), da dieses hilft Ausblühungen zu vermeiden. Fugensand auf die Fläche schütten, gründlich einkehren, Oberfläche abkehren und mit reichlich Wasser einschlämmen und Trocknung der Steinoberfläche abwarten. Im trockenen Zustand mit einer geeigneten Rüttelplatte (nicht mit Rüttelwalze!) mindestens einmal abrütteln. Dabei entlang der Ränder beginnen und kreisförmig in Richtung Mitte der Fläche vorarbeiten. Zum Schutz der Steinoberfläche vor Kratzspuren und Kantenabplatzungen
verwenden Sie einen Rüttler mit Kunststoffgleitplatte. Anschließend nochmals gründlich Fugensand einkehren, Oberfläche abkehren und einschlämmen. Die Fläche ist sofort benütz- und befahrbar!


Maschinelles Pflastern:

Für einfache Verlegemuster ab 500 m² empfehlen wir Fachfirmen mit einer rationellen Verlegemaschine inkl. Bedienung. Ob ein Pflasterstein maschinell verlegbar ist, erkennen Sie an den Hinweisen bei den im Katalog abgebildeten Einzelsteinen. Die Verlegemaschine kann auch zum Einkehren des Fugensandes verwendet werden. Für große Flächen steht auch ein spezieller Sandbett-Hobel oder Fertiger zur raschen Erstellung großer Sandbettflächen zur Verfügung.


Sonderbauweisen:

Die Verlegung von Pflastersteinen im Mörtelbett ist möglich. Bei fachgerechter Ausführung ist diese Methode jedoch sehr aufwändig. Wir empfehlen deshalb die klassische Verlegung in die ungebundene Bettung aus einem gewaschenem Brechsand/Splittgemisch. Berücksichtigen Sie diesen Umstand bereits in der Planungsphase und ersparen Sie sich so teure Betonierarbeiten bei Terrassen, Zufahrten, Gehwegen etc. Bei Fragen zu diesem Thema beraten wir Sie gerne.
Für die Verlegung von Dränpflastersteinen, Dränfugenpflastern sowie Rasenpflastern beachten Sie bitte unsere speziellen Hinweise in den Verlegeanleitungen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an unseren Kundendienst: 02635-701.

 

Taumittel:

Bitte verwenden Sie erst ein Jahr nach der Verlegung Taumittel und nur auf Pflaster der Verwendungsklasse B oder D. Verwenden Sie keinesfalls Taumittel, die den Beton angreifen (z.B. sulfathältige Taumittel). Lesen Sie deshalb vor Taumittel-Einsatz aufmerksam dessen Produktbeschreibung, die Auskunft über den möglichen Einsatzbereich und seine Betonverträglichkeit („zementgebundene Oberflächen“) gibt.

Weitere Informationen zur rundum oder oberflächigen Frost-Tausalzbeständigkeit von Weissenböck Pflastersteinen finden Sie auf der Seite Produkteigenschaften, bei den jeweiligen Produkten bzw. unter Weissenböck Qualitäts-Garantie.

 

Siehe auch:

Hinweise für die Verlegung von Betonsteinpflaster und -plattenHinweise für die Verlegung von Betonsteinpflaster und -platten, VÖB Richtlinie, Pflasterbau FQP 01, Stand: März 2009

 

Anleitung für die Verlegung von BetonsteinpflasterAnleitung für die Verlegung von Betonsteinpflaster, VÖB Richtlinie, Pflasterbau FQP 02, Stand: Jänner 2012

 

Pflege und Wartung von Pflasterflächen, FQP RichtliniePflege und Wartung von Pflasterflächen, FQP Richtlinie, Ausgabe 01. 12.2016

 

Weissenböck Verlegeanleitungen

 

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Ihre Mail beantworten wir gerne während unserer Geschäftszeiten (Mo-Fr zwischen 8 und 16 Uhr).
Telefon: +43 2635 701
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